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Spiele
Autor: Frank Braun |
Colin McRae Ralley 3 |
veröffentlicht am: 05.05.2005 |
Spielebeschreibung:
Fauchende Motoren, hoch gewirbelter Staub, riskante Drifts über enge Sandstrecken und der Rausch der Geschwindigkeit – Colin McRae Rallye ist wieder da! Endlich kehrt die Referenzsimulation im Rallye-Bereich zurück auf den heimischen PC. Ob Teil 3 diesen hohen Ansprüchen erneut gerecht werden kann?
Die wichtigste Neuerung gleich vorweg: das Hauptaugenmerk des Spiels liegt nun auf dem Ford Rallye Team und der vollständigen Präsentation kompletter Wettbewerbe. Kernstück von „Colin McRae 3“ ist wie bisher der Meisterschaftsmodus. Dieser ist in 3 Durchgänge (jeweils eine Saison) gegliedert, jeder neue Durchgang bringt neue Strecken und besseres Fahrzeug-Equipment mit sich. Leider ist man hier auf den Ford Focus beschränkt, alle anderen (Bonus-) Fahrzeuge lassen sich lediglich zur Absolvierung einzelner Wertungsprüfungen (siehe Spielmodi) nutzen.
Die einzelnen Rallye-Wochenenden wurden neu gegliedert. Man beginnt nun regelmäßig mit einem „Probefahrt Tag“, hier können u.a. Telemetriedaten ausgewertet oder Fahrzeugeinstellungen geändert werden.
Es folgen die ersten drei Wertungsprüfungen, erst nach deren Abschluss wird das Fahrzeug im Wartungsbereich repariert. Gespeichert wird übrigens nach jedem abgeschlossenen Rennen. Nach den Wertungsprüfungen vier bis sechs und einem weiteren Aufenthalt im Wartungsbereich wird jede Rallye durch Absolvieren eines Rundkurses gekrönt. Während dieser Rennen bietet sich leider die einzige Gelegenheit mit einem sichtbaren Gegner Auge in Auge zu konkurrieren – wenn auch auf voneinander abgetrennten parallel laufenden Pisten. Einen Arcade-Modus wie in „Colin McRea 2.0“ sucht man leider vergebens, er fiel ebenso wie der Multiplayermodus dem Rotstift zum Opfer.
Kopfschmerzen bereiten vor allem das Fahrmodell und die Steuerung der Boliden. Entgegen aller Erfahrung mit den Ford Focus-Modellen aus den Vorgängern bzw. aus Konkurrenztiteln, erwies sich das von „Colin McRae 3“ als überaus launisch. Ohne entsprechendes Training ließ sich das Fahrzeug kaum auf der Strecke halten, geschweige denn es mit akzeptablen Zeiten über die Ziellinie zu bugsieren. Hauptgrund hierfür dürfte auch die gewöhnungsbedürftige Steuerung sein, doch dazu später mehr.
Nach anfänglichen Problemen und Ärger stellten sich nach den ersten Wertungsprüfungen der USA Rallye endlich auch die ersehnten Erfolge ein, man driftet immer gekonnter durch die zahllosen Engstellen und landet auch nicht mehr so oft im Graben oder am nächsten Baum. Erst beim Beginn der zweiten Saison (GB Rallye) wurde eine weitere Modifikation der Controllereigenschaften notwendig, da hier Geschwindigkeit und damit der Schwierigkeitsgrad nochmals stark zunahm. Die Steuerungsproblematik stellte sich als das große Manko des Spiels heraus. Die Nähe zur Konsolenversion geht hier soweit, dass man sich ernsthaft fragen muss, wofür die lange Zeit zur Umsetzung auf PC benötigt wurde. Ein Rennspiel ohne vernünftige Unterstützung aller Lenkradtypen sollte mittlerweile der Vergangenheit angehören. Scheinbar ist dies mittlerweile ein normaler Vorgang geworden im Hause Codemasters – „DTM Race Driver“ konnte hier ebenso wenig überzeugen.
Etwas verwundert waren wir auch über die Spielphysik und das Schadensmodell. Letzteres wirkt auf den ersten Blick sehr glaubhaft: zerborstene Scheiben, klappernde Stossstangen und eingedrückte Türen sind durchwegs schön anzusehen. Im Gegensatz zum Konkurrent „Rallye Sport Challenge“ wirken sich diese Schäden auch auf das Fahrverhalten aus. Somit ist ein sorgsamer Umgang mit dem Fahrzeug Pflicht um erfolgreich bestehen zu können.
Seltsam wird das ganze erst wenn man sich die physikalischen Eigenschaften betrachtet. Es ist schlichtweg peinlich wenn man mit einem 300PS-Rallye Boliden an einem mickrigen Strauch hängen bleibt, Holzpflöcke nicht überfahren kann und bei einem Crash gegen einen Baum noch nicht einmal die Stossstange verliert. Hier sollte Codemasters endlich handeln – wir schreiben schließlich das Jahr 2003!
Spielmodi:
„Colin McRae 3 verfügt über keinen „richtigen“ Multiplayermodus, lediglich das Spielen von max. vier Personen an einem Bildschirm per Splitscreen ist möglich. Für ein Rennspiel ist das mittlerweile kaum mehr zu akzeptieren. Begründet wurde der Verzicht u.a. durch die hohe Polygonzahl der Wagen, diese hätten ein flüssiges Spielen nahezu unmöglich gemacht. Schade!
Übrig bleibt daher nur der Singleplayermodus, bestehend aus einer Karriere mit 3 Meisterschaften sowie das Absolvieren einzelner Wertungsprüfungen. Diese sind jedoch zu Beginn nicht komplett zugänglich, sondern müssen durch Teilnahme an Meisterschaften erst freigeschaltet werden. Sehr ärgerlich dabei: eine Vorbereitung auf die einzelnen Wettbewerbe kann somit nicht stattfinden, weniger geübte Spieler werden die erste Saison meist frustriert absolvieren.
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